Jerusalem verteidigen, für Rückkehr und Befreiung demonstrieren: Werdet aktiv in der Woche...

Jerusalem verteidigen, für Rückkehr und Befreiung demonstrieren: Werdet aktiv in der Woche des palästinensischen Kampfes vom 15. bis zum 22. Mai

Samidoun Palestinian Prisoner Solidarity Network ruft Organisationen, Aktivist:innen, soziale Bewegungen und Freunde Palästinas überall zu Aktionen auf, um Jerusalem zu verteidigen, für das Recht der Palästinenser:innen auf Rückkehr zu demonstrieren und für Gerechtigkeit und Befreiung Palästinas einzutreten. Wir schließen uns dem Aufruf zur Aktionswoche für den palästinensischen Kampf vom 15. bis 22. Mai 2021 an: werdet aktiv, marschiert, demonstriert, protestiert, organisiert und kämpft für Palästina!

Wir nähern uns dem 73. Jahrestag der Nakba, der zionistischen Kolonisierung Palästinas und der gewaltsamen Vertreibung der Palästinenser:innen — und die Nakba geht weiter. Dies ist überall in Palästina sichtbar, aber vielleicht am deutlichsten im Herzen Jerusalems, der Hauptstadt Palästinas: in Sheikh Jarrah, wo palästinensische Familien von der bevorstehenden Vertreibung aus ihren Häusern durch das israelische Regime und seine kolonialen Siedler bedroht sind.

Während den 73. Jahrestag der Nakba zählen, feiern wir auch 73 Jahre Widerstand. Die Palästinenser:innen in Jerusalem halten unbeirrt an ihrem Land, ihren Häusern und ihrem Leben fest, trotz aller Versuche der zionistischen ethnischen Säuberung an Palästinenser:innen. Und sie machen deutlich, wie es die palästinensische Befreiungsbewegung in ihrer ganzen Geschichte getan hat, dass Widerstand fruchtbar ist.

Viele Veranstaltungen sind bereits angekündigt, mit denen Palästinenser:innen und Palästinasolidarische diese Tage begehen: Schließt euch uns am 15. Mai in Berlin an, am 15. Mai in New York, am 16. Mai in New Jersey, am 15. Mai in Athen, mit weiteren Veranstaltungen in Madrid, San Francisco und vielen anderen Orten, die noch kommen werden!

Jerusalem verteidigen

Palästinensische Jugendliche in Jerusalem gewannen die „Kampf der Kontrollpunkte“ und erzwangen den Abbau der Kontrollpunkte der israelischen Besatzung am Damaskus-Tor in Jerusalem, während viele Palästinenser:innen den Ramadan feiern. Sie sahen sich rassistischen, zionistischen Mobs gegenüber, die stolz ihre Versuche, Palästinenser:innen aus Palästina zu entfernen, zur Schau stellten, durch Jerusalem randalierten und „Tod den Arabern“ skandierten, Hand in Hand mit den Angriffen der israelischen „offiziellen“ Besatzungstruppen auf Jugendliche, die die palästinensische Flagge hissten. Der Widerstand dieser palästinensischen Jugend muss uns inspirieren und unsere Organisierung für #SaveSheikhJarrah und die Befreiung Palästinas entfachen!

Palästinenser:innen in Jerusalem werden auf mehreren Ebenen angegriffen und verteidigen ihr Land, ihre Stadt und ihre Identität seit mehr als 73 Jahren gegen Auslöschung und Kolonialismus. Sie sind mit dem Entzug ihrer Identität und ihres Wohnsitzes konfrontiert – sogar von ihrem Geburtsort aus -, mit schwerer Repression, Landkonfiszierungen, Hauszerstörungen und anhaltenden zionistischen Versuchen, die palästinensische und arabische Präsenz der Stadt auszulöschen. In Sheikh Jarrah werden palästinensische Familien – Geflüchtete der Nakba von 1948 – erneut mit der drohenden Vertreibung aus ihren Häusern und von ihrem Land bedroht, da sie sich weigern, ihr Leben dem rassistischen zionistischen Kolonialismus zu überlassen.

Palästinenser:innen in Jerusalem – und im gesamten besetzten Palästina und im Exil – leisten weiterhin Widerstand und beweisen, dass der palästinensische Kampf weitergeht und dass Organisierung und Widerstand der Weg zur Befreiung sind.

Schließt euch uns in der Woche des palästinensischen Kampfes an, um Jerusalem zu verteidigen, #SaveSheikhJarrah und ihren Weg des Widerstands, der Standhaftigkeit und der Solidarität fortzusetzen.

Freiheit für die Gefangenen

Es gibt fast 4.500 palästinensische politische Gefangene in israelischen Gefängnissen: Frauen und Männer, Kinder und Ältere, Lehrer und Studierende, Arbeiter und Bauern, Gemeindeorganisatoren und Freiheitskämpfer. Sie sind inhaftiert, weil sie den Widerstand und die wahre Führung des palästinensischen Volkes widerspiegeln, die durch die 73 Jahre andauernde Nakba und über 100 Jahre Kolonialismus andauern.

Jeden Tag setzen die palästinensischen Gefangenen ihren Körper und ihr Leben aufs Spiel und stehen an der vordersten Front der Konfrontation mit den Gefängniswärtern. Sie sehen sich schwerer Folter bei Verhören, andauernder medizinischer Vernachlässigung und Misshandlung und unbestimmter willkürlicher Inhaftierung ohne Anklage oder Prozess im Rahmen der Verwaltungshaft ausgesetzt.

An der Seite der palästinensischen Gefangenen zu stehen bedeutet, an der Seite des palästinensischen Widerstands zu stehen. Es bedeutet auch, für die Befreiung der Gefangenen für Palästina zu stehen, die in den Gefängnissen der reaktionären arabischen Regime von Ägypten bis Saudi-Arabien und in den imperialistischen Gefängnissen eingesperrt sind, wie die Holy Land Five, Issam Hijjawi Bassalat und der arabische Kämpfer und Revolutionär Georges Ibrahim Abdallah, der seit fast 37 Jahren in Frankreich eingesperrt ist.

Schließt euch uns in der Woche des palästinensischen Kampfes an, um Freiheit für alle palästinensischen Gefangenen und alle revolutionären Gefangenen zu fordern, die für Gerechtigkeit und Befreiung kämpfen.

Widerstand auf dem Weg zum Sieg

Das zionistische Projekt – bis zum Äußersten unterstützt vom britischen Kolonialismus, dem US-Imperialismus und ihren Partnern in Europa, Kanada und anderswo – hat über 73 Jahre lang versucht, Palästina und die arabische Region zu unterjochen. Trotz der Waffengewalt und militärischen Stärke der Kolonialherren hat das palästinensische Volk weiterhin Widerstand geleistet, revoltiert, sich in einer Intifada nach der anderen erhoben und eine revolutionäre Bewegung für die Befreiung Palästinas, vom Fluss bis zum Meer, aufgebaut. Das zionistische Projekt ist von Grund auf rassistisch und kolonialistisch und muss besiegt werden.

Palästinenser:innen haben das Recht, sich der Besatzung und Unterdrückung mit allen Mitteln zu widersetzen. Das schließt die Organisierung des Volkes, Widerstand an der Basis, Massenaktionen und bewaffneten Kampf ein. Der sogenannte „Friedensprozess“ von Oslo und Madrid war ein Versuch, das palästinensische Volk zu besiegen – ein Versuch, der durch unendlichen Kampf widerstanden und blockiert wurde. Trotz brutaler Belagerung des Gazastreifens, harter Unterdrückung, Inhaftierung und Tötung verteidigen die Palästinenser:innen weiterhin ihr Land, ihr Volk und ihre befreite Zukunft mit Widerstand.

Der palästinensische Widerstand und die Revolution bleiben eine Inspiration für die Menschen auf der ganzen Welt, die überall nach Gerechtigkeit und Befreiung streben. In der Woche des palästinensischen Kampfes unterstützen und bekräftigen wir den palästinensischen Widerstand zum Sieg für Palästina.

Rückkehr und Befreiung

Das Herzstück des palästinensischen Kampfes ist das Recht der palästinensischen Geflüchteten – der Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung – auf Rückkehr in ihre Häuser, ihr Land und ihren Besitz. Trotz 73 Jahren Nakba haben Palästinenser:innen in den Flüchtlingslagern und überall im Exil und in der Diaspora an ihren Schlüsseln, ihren Identitäten und dem Versprechen auf Sieg und Rückkehr festgehalten.

Den palästinensischen Flüchtlingen wird ihr Recht auf Rückkehr in ihre Heimat verweigert, gleichzeitig sind sie im Exil und in der Diaspora weiteren Repressionen, Diskriminierung und Überwachung ausgesetzt – sie sehen sich ungerechten Gesetzen und Kriminalisierung, der Verweigerung von Flüchtlingsrechten sowie rassistischen Angriffen in Ländern in ganz Europa ausgesetzt. In der Woche des palästinensischen Kampfes kämpfen wir für das Recht zu bleiben und das Recht auf Rückkehr!

Jeder Sieg, der für die Kämpfe der Menschen auf der ganzen Welt errungen wird, ist ein Sieg für Palästina, und jeder Angriff auf diese Bewegungen – wie die Versuche, einen Putsch in Venezuela zu schüren oder Kuba zu blockieren – ist auch ein Angriff auf das palästinensische Volk. Dieser Kampf für Rückkehr und Befreiung hat dazu geführt, dass die Palästinenser:innen seit über 73 Jahren an vorderster Front gegen den Imperialismus kämpfen, an der Seite von Genossen in Irland, auf den Philippinen, in der Türkei, in Südafrika, in den indigenen Gebieten Amerikas und anderswo. Diese Woche des palästinensischen Kampfes ist auch eine Woche des Kampfes gegen den Imperialismus und seinen Angriff auf die Menschen in der Region und der ganzen Welt.

Das Recht auf Rückkehr für palästinensische Geflüchtete und die Niederlage des Imperialismus sind der Schlüssel zur Befreiung Palästinas, vom Fluss bis zum Meer. Überall in Palästina – im besetzten Palästina ’48, in Jerusalem, im Westjordanland, im Gazastreifen – und im Exil und in der Diaspora, von den Flüchtlingslagern bis zu den Städten der Welt – kämpfen Palästinenser für Sieg und Befreiung.

Schließt euch uns vom 15. bis zum 22. Mai 2021 in der Woche des palästinensischen Kampfes an – verteidigt Jerusalem, werdt aktiv für Rückkehr und Befreiung!

AKTIONEN:

Bitte beteiligt euch an den Aktionen der Woche des palästinensischen Kampfes! Hier sind ein paar Aktionen, die ihr durchführen können. Bitte teilt eure Aktionen mit uns unter samidoun@samidoun.net.

  1. Demonstrationen, Kundgebungen und Straßenaktionen – verteidigt Jerusalem, marschiert für die Rückkehr, demonstriert für die Befreiung!

Veranstaltet einen Protest oder eine Aktion zum 73. Jahrestag der Nakba, unterstützt den palästinensischen Widerstand, verteidigt Jerusalem oder setzt euch für das Recht auf Rückkehr ein. Organisiert eine Massenkundgebung, wenn es in eurer Gegend möglich ist, aber wenn die Bedingungen dies nicht zulassen, gibt es immer noch wichtige Möglichkeiten, auf die Straße zu gehen – schaut euch den Stand Palestine for Jerusalem an, der am 30. April von Collectif Palestine Vaincra in Toulouse, Frankreich, organisiert wird; das Iftar und Speak-Out für Jerusalem, das am 30. April in New York von Within Our Lifetime organisiert wird, oder die Informationsveranstaltungen im Freien in Frankfurt, Deutschland, die von Samidoun Deutschland für die Aktionswoche für palästinensische Gefangene organisiert werden.

Du kannst auch einen Blick auf die Aktionen des zivilen Ungehorsams werfen, die von Palestine Action in Großbritannien gegen den Waffenhersteller Elbit organisiert wurden, um direkte Aktionen gegen die Apartheid-Kriegsmaschinerie durchzuführen.

  1. Boykottiert Israel! – einschließlich des Boykotts von israelischen Datteln!

Schließt euch der Kampagne an, um Israels internationale Unterstützung und Märkte zu unterbinden, indem ihr den Boykott Israels und die internationale Isolierung des Zionismus aufbaut. In diesem Ramadan, während Israel versucht, Palästinenser:innen aus Jerusalem zu vertreiben, Häuser abzureißen und Tausende weitere zu inhaftieren, vermarktet es Datteln von gestohlenem palästinensischem Land in der ganzen Welt. Baut eine Boykottkampagne auf – setzt euch dafür ein, dass eure Gewerkschaft, Kirche oder Universität keine HP-Produkte mehr kauft oder keine G4S-Sicherheitsfirmen mehr beschäftigt; beide Unternehmen profitieren von der Inhaftierung von Palästinenser:innen.

Gewerkschafter:innen können hier Stellung beziehen: boykottiert die Histadrut! Der zionistische Gewerkschaftsverband ist seit 73 Jahren ein Teil des Angriffs auf die Palästinenser:innen. Schließt euch mit palästinensischen Gewerkschaftern zusammen, um die Histadrut zu boykottieren und diese rassistische Organisation aus den internationalen Arbeitsgremien auszuschließen.

Boykottiertisraelische Datteln – verbreitet das Wort in euren Gemeinde, geht in die Geschäfte, um die Verbraucher:innen aufzuklären und die Produkte des Zionismus und Kolonialismus zu bekleben. Kontaktiert uns per E-Mail an samidoun@samidoun.net oder per WhatsApp an +32466904397, um uns über eure  Boykottaktionen zu informieren.

  1. Kreative Aktionen

Kreative Aktionen sind eine wunderbare Möglichkeit, den palästinensischen Kampf hervorzuheben – auch mit der Einhaltung von gesundheitliche Vorkehrungen wegen der Corona Pandemie. Das Banner, das von Samidoun España in Madrid an der Metrostation der Universität aufgehängt wurde, hob den Kampf der palästinensischen Studierenden hervor, während die Kampagne zur symbolischen Umbenennung von Straßen nach Georges Abdallah international an seinen Geburtstag erinnerte und die Forderung nach seiner Befreiung verstärkte.

Für diese Aktionen braucht man nur ein, zwei oder ein paar Leute. Ihr könnt auch einfach Plakate und Aufkleber in Ihrer Nachbarschaft verteilen. Kontaktiert uns per E-Mail unter samidoun@samidoun.net oder per WhatsApp an +32466904397, um uns über eure Boykott-Aktionen zu informieren.

  1. Online/Virtuelle Veranstaltungen und Webinare

Wir haben immer noch viel miteinander zu teilen über Online-Events und Webinare, die es uns ermöglichen können, uns einfach und frei über Grenzen und Barrieren hinweg zu verbinden. Veranstaltet ein Webinar oder eine Veranstaltung – oder ein kulturelles Treffen mit Poesie und Musik – das das palästinensische Recht auf Rückkehr und den andauernden Befreiungskampf hervorhebt.

Bitte beachtet: Samidoun hat Refererierende, die an euren  Webinaren auf Arabisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch, Spanisch und anderen Sprachen teilnehmen können. Kontaktiert uns per E-Mail unter samidoun@samidoun.net oder per WhatsApp unter +32466904397, um eine:n Samidoun-Sprecher:in anzufragen!