Der palästinensische Widerstand siegt: Jetzt geht der Kampf weiter!

Der palästinensische Widerstand siegt: Jetzt geht der Kampf weiter!

„Samidoun im besetzten Palästina, 18. Mai 2021“

Mit der Ankündigung eines Waffenstillstandes in Gaza, Palästina, ist eine Lektion sehr klar: Der palästinensische Widerstand lebt, der palästinensische Widerstand gedeiht, der palästinensische Widerstand vereint sich und der palästinensische Widerstand siegt. Der Widerstand, in all seinen vielfältigen und kreativen Formen, ist tief im palästinensischen Volk innerhalb und außerhalb Palästinas verwurzelt, ein legitimer Widerstand gegen Kolonialismus, Besatzung und Siedlerkolonialismus: Zionistischer Rassismus, unterstützt durch das volle Gewicht des US-Imperialismus und seiner Verbündeten in Kanada, Europa, Australien und anderswo. Der palästinensische Widerstand, mit dem bewaffneten Kampf als Herzstück, ist nicht nur der Kern der palästinensischen Befreiungsbewegung, sondern die vorderste Linie der Verteidigung der Menschheit gegen Imperialismus und koloniale Herrschaft.

Während die israelische Kriegsmaschinerie, die von den Vereinigten Staaten und den Waffenverkäufen Europas, Kanadas und anderswo bewaffnet und finanziert wird, durch den palästinensischen Widerstand gedemütigt wurde, beendet der Waffenstillstand nicht die andauernde Nakba des palästinensischen Volkes, das Projekt des zionistischen Siedlerkolonialismus seit über 73 Jahren. Die Palästinenser widersetzen sich weiterhin der Landkonfiszierung, den Hauszerstörungen, der Belagerung, der Masseninhaftierung, den außergerichtlichen Tötungen, der Verweigerung des Rechts auf Rückkehr: dem gesamten kolonialen Projekt in Palästina, auf dem Weg zur Rückkehr und Befreiung, vom Fluss bis zum Meer. In diesem Moment ist es wichtiger denn je, die palästinensische Standhaftigkeit, den Widerstand und den revolutionären Kampf mit globaler Solidarität und Aktion zu unterstützen.

Der palästinensische Widerstand in Gaza ist in diese Schlacht eingetreten und hat deutlich die Einheit des palästinensischen Volkes und seines Widerstandes demonstriert, ob in Haifa, in Jerusalem, in Ramallah oder in Gaza. Der heldenhafte Kampf der Palästinenser in Jerusalem, um ihre Häuser und ihr Land zu verteidigen, besonders in Sheikh Jarrah und Silwan, und die Verteidigung der Al-Aqsa-Moschee, gegen die randalierenden Horden der kolonialen Siedlerbanden, die von israelischem Militär und Polizei unterstützt werden, mobilisierte das palästinensische Volk als Ganzes, innerhalb und außerhalb Palästinas.

Die Stärke des palästinensischen Volkes im besetzten Palästina ’48, das an seiner Identität, seiner Sache und seiner Vision der Befreiung festhielt, die Besatzungstruppen aus ihren Gemeinden vertrieb und sein Volk gegen marodierende faschistische Banden, die an der Seite der kolonialen Polizei sind, verteidigte, unterstrich diese grundlegende Einheit. Im Westjordanland erhoben sich Dörfer, Städte und Flüchtlingslager, um eine kollektive Befreiung für Palästina zu fordern.

Und überall auf der Welt, in den Flüchtlingslagern rund um Palästina, in der gesamten arabischen Region und global, haben bereits Millionen die Straßen gefüllt, um das palästinensische Volk und seinen Widerstand zu unterstützen.

Der Waffenstillstand bringt diesen Kampf nicht zu einem Ende. Im Gegenteil, dieser Moment läutet eine neue Phase des Kampfes ein, in der ein noch größeres Engagement und eine noch stärkere Organisierung vielleicht wichtiger sind als je zuvor, da der palästinensische Widerstand die Regeln des Kampfes geändert hat. Die Vision, die diese Organisierung leiten soll, ist klar: Rückkehr und Befreiung, Gerechtigkeit für ganz Palästina, vom Fluss bis zum Meer.

Die israelische Kriegsmaschinerie hat nicht gezögert, Massaker gegen das palästinensische Volk zu verüben. In den letzten 11 Tagen sind mindestens 259 Palästinenser und Araber ums Leben gekommen, vor allem Zivilisten, darunter 65 Kinder und sogar ganze Familien, im Gazastreifen, im Westjordanland, in Jerusalem, im besetzten Palästina ’48 und an den Grenzen zum Libanon. In Gaza wurden Banken, Mediengebäude, Chemie- und Kunststofffabriken, öffentliche Gebäude, Straßen und grundlegende zivile Infrastruktur systematischen Luftangriffen ausgesetzt, bei denen neben der palästinensischen Wirtschaft auch ganze Familien zum Ziel wurden. In diesem Moment ist es von entscheidender Bedeutung, die Standhaftigkeit des palästinensischen Volkes in Gaza zu unterstützen, in erster Linie, indem die Belagerung des Gazastreifens dauerhaft aufgehoben wird.

Das Leben jedes einzelnen dieser Märtyrer ist das einer wertvollen Geschichte, die durch die Gewalt des Kolonialismus verkürzt wurde. Jeder Märtyrer hatte einen Namen, ein Leben, eine Familie, einen Job, Träume und Visionen von der Zukunft und Erinnerungen an die Vergangenheit, die alle durch israelische Bomben und Raketen gestohlen wurden, von denen viele von den US-Steuerzahlern bezahlt wurden. Bis jetzt wurden bei diesem Aufstand in ganz Palästina Hunderte und Aberhunderte von Palästinensern von den israelischen Besatzungstruppen verhaftet, zusammen mit 4.500 palästinensischen politischen Gefangenen, der inhaftierten Führung der palästinensischen Revolution.

Es gibt heute dringende Aufgaben für die Solidaritätsbewegung: zuallererst, den Kampf aufrechtzuerhalten, zu eskalieren und aufzubauen, unsere Organisierung stärker und tiefer zu machen und größere Verbindungen der Solidarität mit Befreiungsbewegungen auf der ganzen Welt aufzubauen.

Unsere Vision für Solidarität muss den palästinensischen Widerstand mit allen Mitteln in den Mittelpunkt stellen und unterstützen, einschließlich des bewaffneten Kampfes neben kulturellem Widerstand, politischer Organisierung, Massenkampf, Streiks, Boykott und Volksaktionen. Das Recht der Palästinenser:innen, sich zu verteidigen und sich von Kolonialismus, Besatzung und Apartheid zu befreien, ist grundlegend. Palästinensischer Widerstand ist nicht „terroristisch“, wie zionistische Kräfte auf rassistischste Art behaupten. Der palästinensische Widerstand ist ein Grundrecht. Das bedeutet, dass wir dafür kämpfen müssen, dass die „Terror“-Bezeichnungen, die den palästinensischen Widerstand und die Befreiungsbewegungen kriminalisieren, ein Ende haben. Die größte Stärke unserer Solidarität besteht darin, dem palästinensischen Widerstand Unterstützung und Raum zu geben, damit er gedeihen und den Sieg erringen kann, indem wir den Fluss von Waffen, Geld und politischer Unterstützung für das zionistische Kolonialprojekt abschneiden.

Das bedeutet auch, die Boykottbewegung aufzubauen, Israel auf internationaler Ebene zu isolieren und die internationalen Regierungen und die Vereinten Nationen zu drängen, sinnvolle Sanktionen gegen Israel zu verhängen, von einem Waffenembargo bis zum Abschneiden der über 3,8 Milliarden Dollar an US-Hilfe, die Israel jedes Jahr erhält, bis zur Beendigung der vorteilhaften Handelsabkommen in Kanada, der Europäischen Union und anderswo, die die Ausbeutung von indigenem palästinensischem Land und Arbeit belohnen. Jeder Mensch kann eine Rolle beim Boykott Israels und der Konzerne spielen, die von Tod, Zerstörung und Kolonialismus im besetzten Palästina profitieren, auf individueller Ebene und noch stärker auf kollektiver Ebene. Der Boykott erstreckt sich über eine Verbraucherkampagne hinaus auf den akademischen und kulturellen Boykott israelischer Institutionen.

Es ist auch klarer denn je, dass der palästinensische Widerstand den von den USA geförderten „Normalisierungs“-Projekten, die von den komplizenhaften arabischen Regimen propagiert werden, ein Ende gesetzt hat. Von Jemen bis Algerien, von Tunis bis Bagdad, von Nouakchott bis Rabat sind die arabischen Massen mit Palästina auf die Straße gegangen. Der palästinensische Widerstand und der andauernde Aufstand im gesamten besetzten Palästina hat auch das Versagen des Imperialismus gezeigt, den Widerstand, die Selbstbestimmung und den Befreiungskampf in der gesamten Region zu zerschlagen, trotz Sanktionen, Invasionen und verheerenden Kriegen. Palästina hat den Kompass der Region auf die Konfrontation mit dem Zionismus, dem Imperialismus und den reaktionären Kräften, die sie ermöglicht haben, neu ausgerichtet und inspiriert alle auf der Welt, die dafür kämpfen, dem Imperialismus ein Ende zu setzen.

Der Imperialismus hat weiterhin Hand in Hand mit seinem strategischen Partner, Israel, gearbeitet. Dies erstreckt sich nicht nur auf die öffentlichen Unterstützungserklärungen für israelische Kriegsverbrechen durch US-amerikanische und europäische Beamte und den anhaltenden Fluss von Geld und Waffen, sondern auch auf die gezielte Unterdrückung von Palästinenser:innen und Araber:innen im Exil und in der Diaspora.

In Kopenhagen, Paris und Berlin wurden Demonstrationen von Tausenden, die für Palästina marschierten, mit massiver Polizeigewalt angegriffen. Proteste in mehreren europäischen Ländern wurden verboten, Demonstranten verprügelt und Organisatoren in Medien und politischen Kampagnen, die darauf abzielten, palästinensische Organisierung zu kriminalisieren, verleumdet. Als Palästinenser in ganz Palästina am frühen Morgen des 21. Mai den Widerstand feierten, wurden 20 palästinensische Jugendliche von der New Yorker Polizei angegriffen und festgenommen, weil sie für Palästina protestiert hatten.

Während der Jahre des Madrid-Oslo-Weges des „Friedensprozesses“ wurden die Palästinenser:innen im Exil und in der Diaspora gewaltsam an den Rand gedrängt und von der offiziellen politischen Führung ausgeschlossen. Heute fordern die Diaspora-Palästinenser:innen ihre Rolle, ihre Stimme und ihre Macht im Kampf um Rückkehr und Befreiung zurück.

Im Herzen des Imperiums machte die massive Beteiligung zur Unterstützung Palästinas trotz der Gewalt und Kriminalisierung der Demonstranten durch die Polizei deutlich, dass die Mythologie des zionistischen Siedlerkolonialismus zunehmend entlarvt wird, und dass Politiker, die nach öffentlicher Unterstützung suchen, feststellen könnten, dass eine ungezügelte Unterstützung Israels nicht länger ein Weg zum politischen Erfolg ist. Während die Bewegungen für Schwarze Befreiung, die Souveränität von Indigenen und der antiimperialistische Kampf wachsen, baut die palästinensische Bewegung hier auf jahrzehntelange gemeinsame Kämpfe auf, um eine alternative Vision für die Welt zu entwerfen.

Die Mythologie des „Friedensprozesses“, von Apartheid und Kolonialismus als „Lösung“, von der Fata Morgana einer Palästinensischen Autonomiebehörde unter israelischer, US-amerikanischer und europäischer Vorherrschaft liegt offen, diskreditiert und leblos da. Stattdessen ist der palästinensische Widerstand ein nationales, arabisches und internationales Leuchtfeuer der Hoffnung und des Lebens.

Das palästinensische Volk, ob hinter Gefängnisgittern, im Exil in den Flüchtlingslagern oder im Kampf für die Freiheit überall in Palästina, vom Fluss bis zum Meer, präsentiert eine klare Vision für die Zukunft: ein Palästina, befreit, vom Fluss bis zum Meer. Frei vom Zionismus, frei vom Imperialismus, frei vom Siedlerkolonialismus. In diesem kritischen Moment ist es an der Zeit, gemeinsam zu handeln, zu organisieren, zu protestieren, aufzubauen und Widerstand zu leisten, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

„Wir gewinnen gemeinsam, und wir gewinnen nur gemeinsam.“ – Georges Ibrahim Abdallah, inhaftierter arabischer Kämpfer für Palästina, in französischen Gefängnissen nach 36 Jahren Gefangenschaft. Palästina lebt, die Intifada geht weiter, der Kampf intensiviert sich und Palästina wird siegen!  Es lebe der palästinensische Widerstand! Es lebe die internationale Solidarität!

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